Laufen
– Aktiv und beweglich sein im Alter

Zu diesem
aktuellen Thema vermittelte Orthopädieschuhmachermeister
Jörg Liebau im Rahmen einer Vortragsveranstaltung der
Treburer Landfrauen wichtige Aspekte und sinnvolle
Ratschläge den über 50 interessierten Zuhörerinnen.
Bis ins
hohe Alter mit gesunden Füßen und Beinen fit durch Leben
gehen ist der Wunsch eines Jeden. Doch der Zahn der Zeit
nagt und Lauf-, Fuß- oder Beinprobleme können jeden treffen.
Wissenschaftlich bewiesen ist, dass ab dem 25. Lebensjahr
sich oft Schwierigkeiten einschleichen. Und wehe, wenn Füße
und Beine schlapp machen und krank werden, dann geht oft gar
nichts mehr. Denn unsere Füße sind richtige Extremsportler.
Sie sind Marathonläufer, Balanceakrobaten und auch
Gewichtheber. Im Laufe eines Menschenlebens tragen Füße uns
viele hunderttausend Kilometer weit. Unser ganzes
Körpergewicht lastet auf ihnen und wenn wir rennen und
hüpfen vervielfacht sich der Druck.
Aus all
diesen Gründen sollten wir unseren Füssen besondere
Beachtung und Pflege angedeihen lassen und auf gutes und
richtiges Schuhwerk achten.
So können
zu enge und schlecht sitzende Schuhe zu Hühneraugen und
Hornhaut führen, die Zehennägel wachsen ein und verursachen
Beschwerden. Schlimmer noch, es entstehen Fehlstellungen,
die im Laufe der Jahre zu Verformungen der Zehen und
Fußgelenke führen können, z. B. entwickeln sich Hammerzehen,
ein Schiefstand der großen Zehe, Ballen, Senk-, Blatt- oder
Spreizfüsse, Fersensporn oder Arthrose in den Gelenken. Die
Folge sind Schmerzen und das Laufen kann sehr beschwerlich
werden.
Bedeutsam
und wissenschaftlich festgestellt ist, dass 98 % der
Menschen in unseren Industriestaaten mit gesunden Füssen das
Licht der Welt erblicken aber 60 % aller Erwachsenen
Fußprobleme und Beschwerden haben.
Diese
Probleme wirken sich oft auf den gesamten Körper aus und
verursachen unter anderem auch Rückenschmerzen,
Haltungsschwächen, Beinverkürzung und vieles mehr. Der
Facharzt kann hier nur bedingt Hilfe schaffen und ist auf
die fachkundige Unterstützung von Orthopädieschuhmacher oder
Krankengymnast angewiesen.
Ein
Gesundheits- oder Komfortschuh zeichnet sich durch folgende
Merkmale aus:
Im
Vorfußbereich muss genügend Platz in Länge und Breite sein,
das Fersenpolster sollte gut anliegen und der Große Zeh darf
nicht mit dem Schuh in Berührung kommen. Die bequemste
Schuhhöhe beträgt 2-3 cm.
Grundsätzlich ist es nicht verboten, hohe Absätze, Flipflops
oder Sandalen zu tragen, solange dies nur ab und zu oder zu
besonderen Anlässen geschieht. Derzeit im Trend liegend ist
der „Aktiv-Schuh“ mit halbrunder Sohle, die eine Entlastung
und Gelenkschonung bedeutet. Zu beachten ist jedoch, dass
mit diesem Schuh nicht nach vorne oder seitlich abgerollt
werden kann. Somit ist eine Eignung nicht für Jedermann
gegeben und eine fachliche Beratung unbedingt sinnvoll.
Ratsam
und wichtig ist es, Fußprobleme und Schmerzen nicht einfach
hinnehmen, sondern den Ursachen auf den Grund gehen,
fachliche Beratung einholen und Vorsorgehilfen
gegebenenfalls in Anspruch nehmen. Jedoch ist die richtige
Pflege und ein gutes Training der Füße ebenso wichtig,
deshalb die Füße öfters massieren, Wadenmuskulatur dehnen,
regelmäßig barfuss laufen und kleine Fußübungen
zwischendurch absolvieren. Um dies auch in die Tat umsetzen
zu können, erhielten alle Zuhörer von Jörg Liebau als
kleines Gastgeschenk einen Fußmassageroller mit dem Rat:
„Ein
guter Schuh und ein gutes Bett sind wichtig für Gesundheit
und Wohlbefinden, denn in einem steckt der Mensch immer!“
(afi)