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  Kommentar

Von fliegenden Bierflaschen und Trümmerfeldern
- Angriff der außerirdischen Flaschenmonster -

 


Da werden sie in den nächsten Tagen ganz sicher wieder klingeln, die Telefone im Ordnungsamt des Rathauses. Sie werden viel zu hören bekommen, die Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung von aufgebrachten Bürgern. Sie werden von fliegenden Bierflaschen, von Unmengen an Glasscherben, von voll alkoholisierten Jugendlichen oder Lärm bis in die Morgenstunden berichten. Und Recht haben sie, die Anwohner rund um die TV-Turnhalle. Denn kaum ist eine Situation bei einer Party in Trebur so eskaliert, wie letzen Freitag während und nach der Äppelwoi-Party.

Schon vor dem Beginn der Party reisten viele minderjährige Jugendliche mit randvoll gefüllten Tüten an, in denen sie ihren reichhaltigen Alkoholvorrat mit sich führten. Kein Wunder, dass es dann nicht lange dauerte, bis die ersten Bierflaschen auf Häuser, Gartenzäune oder in Vorgärten flogen. Das Gelände um die TV-Turnhalle verwandelte sich in kürzester Zeit in ein Scherbentrümmerfeld aus zerbrochenen Bierflaschen und Klopfern. Noch in den Morgenstunden zogen lautstark grölende Jugendliche durch die Gassen. Viele Anwohner bekamen es mit der Angst zu tun und wussten sich nicht anders zu helfen und riefen die Polizei zu Hilfe.

Nun ist es nur zu verständlich, wenn sich Anwohner ihren Frust von der Seele reden wollen und sie sich über diese Vorkommnisse beschweren. Keine Frage, so darf sich die Situation bei Partys nicht weiter entwickeln. Nur wie soll die Lösung dazu aussehen? Dazu wird es sicher viele Vorschläge geben: „Dann darf es solche Partys eben nicht mehr geben.“ oder „Da müssen die Veranstalter und die Polizei eben besser aufpassen.“ Doch ob das alleine der richtige Lösungsansatz ist, wage ich zu bezweifeln. Denn sollten keine Partys für die Jugendlichen mehr stattfinden können, würden vor allem die 90 Prozent an Jugendlichen darunter leiden, die einfach nur friedlich feiern wollen. Dann würde es wieder heißen, für Jugendliche ist nichts los und besonders Jugendliche sind ein wichtiger Bestandteil in unserer Gesellschaft.

Sollten sich nicht vielleicht einmal die voll trunkenen oder randalierenden Jugendlichen die Konsequenzen ihres Handels vor Augen führen. Sie bringen nicht nur ihre Altersgenossen in Verruf, sondern auch den Veranstalter, der mit viel Aufwand, Liebe und Motivation die Veranstaltung vorbereitet hatte. Doch auch die „kleinen“ Folgen werden offensichtlich nicht bedacht. Wer soll all die sinnlos zerbrochenen Bierflaschen wieder aufsammeln? Was ist mit all den feinen Glassplittern, die niemand jemals wieder auflesen kann und an denen sich danach auf den Wegen zum Schwarzbach herumlaufende Katzen, gassigehende Hunde oder gar noch spielende Kinder verletzen können?

Doch mir stellen sich vor allem noch ganz andere Fragen. Wie kann es überhaupt dazu kommen, dass sogar 11jährige noch tief in der Nacht Alkohol trinkend unterwegs sind oder dass Minderjährige überhaupt mit riesigen Alkohol Vorräten bepackt sind? Werden diese Kids denn des Nachts nicht von ihren Eltern vermisst? Oder bemerken die Eltern es nicht, wenn ihre Kids fast im Alkoholkoma zu hause einlaufen? Oder ist es den Eltern vielleicht egal? Sind die Eltern viel zu sehr mit sich beschäftigt, dass sie sich für die Anliegen ihres Nachwuchses nicht mehr interessieren? Sind die Gesetze für den Jugendschutz denn manchen Eltern wirklich so unbekannt? Da ist es natürlich viel einfacher auf den Veranstalter oder die Kids zu schimpfen, als sich als Erwachsener selbst an die eigene Nase zu fassen. Mir persönlich tut der Veranstalter leid, der jetzt sicher den meisten Ärger abbekommen wird. Man sollte ihn nicht für die Erziehungsversäumnisse anderer an den Pranger stellen. Zum Abschluss auch noch mal ein ausdrückliches Lob an die Trewwerer Kerweborsch, die es innerhalb weniger Stunden geschafft haben, die Glaswüste um die Turnhalle wieder in begehbare Plätze, Wege und Straßen zu verwandeln. Ich denke es ist sehr wichtig, auch in Zukunft weiter Angebote für Jugendliche zu veranstalten. Dazu brauchen die Veranstalter, wie z.B. die Kerweborsch unsere Unterstützung. Vielleicht kann es ja gelingen durch neue Ideen und gemeinsames Engagement in der Zukunft solche Situationen zu vermeiden.

Matthias Drechsel
Chefredakteur www.my-Trebur.de

 

 

 

 

 

 


Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihre Meinung, Ihre Ideen und Vorschläge zu diesem Thema. Gerne veröffentlichen wir diese (auf Wunsch auch anonym) in www.my-Trebur.de und stellen diese zur Diskussion.
Email: Info@my-Trebur.de

 

Reaktionen auf unseren Kommentar:
 
Gästebucheintrag der Kerweborsch zum Thema

Sascha Fließ, Kerweborsch Trebur
fliess@aol.com
Tuesday, July 17, 2007 - 09:29

Hallo liebes my-Trebur-Team! Vielen Dank für Euren Bericht über unsere Äppelwoi-Party, aber vor allem auch Dank für den ehrlichen und aufschlussreichen Kommentar zu den "Verhältnissen" an unserer Veranstaltung. Wir als Veranstalter distanzieren uns vom Verhalten mancher Jugendlicher, möchten uns bei den Anwohnern für die Unannehmlichkeiten entschuldigen. Leider sind uns aber "außerhalb" des Veranstaltungsortes die Hände gebunden. Schade, dass einmal mehr unser Verein, der enorm viel Arbeit in jede Veranstaltung steckt, damit ins Gerede kommt... Gerne sind wir für Tipps und Anregungen, die Situation zu entschärfen bzw. zu verbessern, offen. In diesem Sinne, stellvertretend für die Kerweborsch Trebur, Sascha Fließ

 

 

Reaktion des Rüsselsheimer Echo vom 18.07.2007

Leider wurde unser Kommentar nicht überall richtig gelesen oder verstanden. Herr Hans-Dieter Erlenbach vom Rüsselsheimer Echo, sah darin "scharfe Vorwürfe". "Matthias Drechsel, der die Internetseite „my-trebur.de“ betreibt, erhebt jedenfalls schwere Vorwürfe." so Hans-Dieter Erlenbach. Es wird in dem Artikel der Eindruck erweckt, dass wir fern ab aller Realitäten Vorwürfe erheben. Wer unseren Kommentar gelesen hat, wird jedoch feststellen, dass genau das Gegenteil versucht wurde - nämlich auf die Problematik aufmerksam zu machen und nach Lösungsvorschlägen für alle Beteiligten zu suchen.

Wer sich die Zeilen von
Hans-Dieter Erlenbach trotzdem antun möchte, kann dies gerne im Online Archiv des Echos tun.

www.echo-online.de/3/template_detail.php3?id=490555&search_text=my-trebur.de

 

Kommentar des TSV 05 Trebur

Friedel Lohrum TSV 05 Trebur

 

 

Sicherlich braucht Trebur die Veranstaltungen für unsere Jugend und es ist Lobenswert wenn sich Vereine, Gruppen oder Privatleute dafür ins Zeug legen. Es sei aber auch angemerkt, dass der Sportplatz Rote Erde bei solchen Veranstaltungen ebenfalls darunter leidet. Nicht nur Eimerweise Glassplitter auf dem Platz sondern auch das Gebiet um das renovierte Umkleidegebäude wird in Mitleidenschaft gezogen. Die selbe Problematik ist aber auch nach der Kerb festzustellen. Der TSV hat im Jahr 2006 erhebliche Spendengelder von unserem 100 jährigen Jubiläum für die Rote Erde verwendet. Genauso geht es sicherlich dem Verein Mozart, der ebenfalls sein Vereinsheim renoviert hat. Daher sollten sich alle Besucher über die Folgen ihres Handelns bewusst sein.

Im übrigen wird auf der Roten Erde der Spielbetrieb wieder aktiviert und es wäre nicht gerade von Vorteil, wenn man vor dem Training oder Spiel erst einmal die Schäden der Nacht beseitigen muss.

 

 


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